Beschreibung der Bürger und Wittwen der Stadt Erfurt von 1674


Beschreibung der Bürger und Wittwen der Stadt Erfurt von 1674

Artikel-Nr.: AMF-SR 025
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Taschenbuch, 52 Seiten, Format: A5

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Einleitung

Diese vollständige Liste der Bürger und Bürgerwitwen aus dem Jahre 1674 liegt im Würzburger Staatsarchiv in den Akten der damaligen kurmainzischen Behörden in Aschaffenburg (Signatur MRA/H 680). Sie ist eine wertvolle Quelle, die uns helfen kann, trotz der empfindlichen Lücken in den Verrechtsbüchern (Geschoßbücher, Erfurter Stadtarchiv) und den Kirchenbüchern nachzuweisen, wer damals in Erfurt ansässig war.

Die damaligen Wohnbezirke trugen die Namen der mittelalterlichen Pfarren, die seit der Reformation nur noch als städtische Verwaltungsbereiche bestanden; im einzelnen:

  • Nicolai, benannt nach der Nicolaikirche an der Lehmannsbrücke
  • Gotthardi, nach der ehemaligen Gotthardskirche in der Gotthardstraße
  • Johannis intra und extra, nach der Johanneskirche, deren Turm noch steht, innerhalb und außerhalb des Johannestores im Norden der Stadt
  • Matthiae, nach der Matthiaskirche, die man zur Schule der Kaufmannsgemeinde umgebaut hatte, an der Ecke der Futtterstraße und Johannesstraße
  • Egidii, nach der Egidienkirche am Ostausgang der Krämerbrücke
  • Laurentii, nach der Lorenzkirche an der Schlösserstraße
  • Mercatorum intra und extra, nach der Kaufmannskirche, innerhalb und außerhalb des Krämpfertores an der Fernstraße nach Leipzig
  • Augustini intra und extra, nach der Reglerkirche, die vor der Reformation St. Augustini hieß, innerhalb und außerhalb des Augusttores
  • Bartholomaei, nach der Bartholomaeuskirche, deren Turm am Anger noch steht
  • Wipperti, nach der Wigbertikirche am westlichen Ende des Angers
  • Viti, nach der Vitikirche, die an der Ecke Regierungsstraße und Lange Brücke stand
  • St. Thomas, die Löbervorstadt, nach der Thomaskirche, die damals an der Ecke Löberstraße und Rosengasse stand
  • Novi Operis oder Neuwerck, nach der Neuwerkskirche St. Crucis am westlichen Ende der Neuwerkstraße
  • Benedicti und Martini intra, von der ehemaligen Benedictskirche am West—Ausgang der Krämerbrücke, bis zur ehemaligen Kirche Martini intra an der Schlösserbrücke, rund um Ratshaus und Fischmarkt
  • Pauli, nach der Paulskirche, deren Gemeinde 1525 die große Predigerkirche bekommen hatte
  • Omnium Sanctorum, nach der Allerheiligenkirche in der Marktstraße
  • Mariae, rund um den Dom, die damalige Stiftskirche St. Marien
  • Severi, nach der Severikirche, neben dem Dom
  • Martini extra, nach der Martinikirche im Brühl
  • Andreae, nach der Andreaskirche am Nordende des Rübenmarktes
  • Servatii, nach jener Kirche in der Pergamentergasse, Ecke Turniergasse
  • Michaelis, rund um die Michaeliskirche, die auch evangelische Universitätskirche war
  • Georgii, nach der Georgenkirche, deren Turm noch steht (Michaelisstraße)
  • Mauritii, nach einer Kirche an der Ostseite der Moritzstraße

Personen ohne Bürgerpflichten und Bürgerrechte wie die Ehefrauen, Kinder und Dienstboten, sind hier nicht erfaßt. So fehlen auch die katholische Geistlichkeit, die Mönche und Nonnen, die Studenten der Alma Mater, die Offiziere und Soldaten des kaiserlichen Bataillons und der auf dem Petersberg stationierten kurmainzischen Garnison.

Viele von den hier genannten Familien findet man in der genealogischen Literatur und kann sie weiter verfolgen. Eine größere Übersicht dazu steht in der Zeitschrift "Genealogie", Jahrgang 1992, Heft 7/8. Das gedruckte "Namenverzeichnis zum Erfurter Verrechtsbuch von 1666/69" von Kurt Nieding (Erfurter -Genealogischer Abend, Wissenschaftliche Abhandlungen, Heft 2, Erfurt 1929) enthält Anschriften, meist auch die Berufe und manchen weiteren Hinweis. Leider fehlen da die Wohnbezirke Andreae und Martini intra und extra. Hier kann unsere Bürgerliste von 1674 eine empfindliche Lücke füllen. Wer eine Anschrift in Alt—Erfurt weiß, kann dann in Otto Rollerts Häuserchronik und vielleicht auch in den älteren Verrechtsbüchern, beides im Stadtarchiv, weitere Angaben suchen.

Die evangelischen Kirchenbücher stehen in der Bibliothek des Evangelischen Ministeriums, und aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts sind sie fast alle erhalten. Es fehlen das Traubuch der Predigergemeinde vor 1673, das Taufbuch der Reglergemeinde vor 1683 und deren Traubuch vor 1674. Die katholischen Kirchenbücher stehen in den Pfarrhäusern, das der Domgemeinde im Domarchiv, dort auch das der Garnison auf dem Petersberg, das aber erst 1690 beginnt. Die katholischen Gemeinden St. Lorenz, St. Nicolai-Schotten und St. Wigbert haben keine Kirchenbücher aus dem 17. Jahrhundert. Zu vielen Kirchenbüchern gibt es Register auch im Stadtarchiv.

Die Bürgerliste ist recht gut lesbar; nur wenige Namen sind nicht ganz eindeutig und wurden dann auch als problematisch gekennzeichnet. Bei den Witwen ist der Familienname fast immer in der weiblichen Form oder im Genitiv, deutsch oder lateinisch, gebraucht. Wenn der Leser unsicher ist, die Hauptform zu finden, so kann ein Blick in das Namenregister sicher helfen. Im Register konnten nicht alle eigenwilligen und vielleicht fehlerhaften Schreibungen der Namen berücksichtigt werden. Suchen Sie nach einer gängigen Schreibung!
Martin Bauer

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