Bürgerverzeichnis der Stadt Erfurt 1555-1666 [VB]


Bürgerverzeichnis der Stadt Erfurt 1555-1666 [VB]

Artikel-Nr.: AMF-SB 05
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347 Seiten, 16 x 24 cm, gebunden

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Vorwort

Der Initiator dieser Rekonstruktion eines Bürgerbuches für die Jahre 1555 bis 1666 war der aus Amstadt stammende Fritz Wiegand, der von 1951 bis 1970 Leiter des Erfurter Stadtarchivs war. Studienrat Dr. Kurt Wildenhayn war es, der 1951 damit begann, die Angaben über den Erwerb des Bürgerrechts und verschiedener Handelsrechte in den Kassenbüchern der Stadtkämmerei zu verkarten. Als Wildenhayn 1958 "in den Westen" (nach Achem in Baden) "gegangen" war, übernahm Amtsgerichtsrat a.D. Kurt Göldner, ebenfalls ehrenamtlicher Mitarbeiter des Stadtarchivs, diese Arbeit, führte sie weiter und konnte sie abschließen. Seine Ehefrau, Frau Anna Göldner, war es, die mit der Schreibmaschine aus der Kartei zwei Bücher machte, die man seitdem im Stadtarchiv einsehen kann.

Die weitere Aufgabe, dieses Bürgerbuch zum Druck zu bringen, wurde 1998 von der Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung (AMF) übernommen. Es sollen insgesamt drei Bände Erfurter Bürgerbücher in die Schriftenreihe der Stiftung Stoye aufgenommen werden. Das Stadtarchiv stellte uns freundlicherweise die genannten beiden Folianten zur Verfügung, und Frau Christine Seidel in Freising und Herr Dipl.-lng. Horst Hesse in Mannheim haben Seite für Seite in den Computer übertragen. Letzterer fertigte auch die Register an. Einige kleine Berichtigungen und Ergänzungen mussten gemacht werden und wurden in die Rubriken eingearbeitet oder als Anmerkungen hinzugefügt.

Die in Fritz Wiegands Vorwort noch offene Frage, warum die Namen mancher Erfurter in der Kleinen Mater (Kassenbücher) oder in den Bürgerbüchern nicht zu finden sind, kann nun beantwortet werden. Einmal fehlen alle Neubürger der Jahre 1584, 1641, 1661 und 1664, aus denen keine Kassenbücher der Stadtkämmerei erhalten sind. Zum ändern gab es Personenkreise, die anderen Aufsichtsbehörden unterstanden, etwa die kurfürstlich mainzischen Beamten oder das Militär; die katholische Geistlichkeit unterstand dem Geistlichen Gericht; auf evangelischer Seite gab es das Ministerium, an dessen Spitze der Senior stand; der Geistlichkeit unterstanden auch die Schulen mit den Lehrern; die Universität verstand sich als verantwortlichen Verband aller Akademiker, und auch die Buchdrucker waren oft Mitglieder der Universität und nannten sich akademische Bürger. Auch die Stadtmusikanten scheinen gewisse Sonderrecht gehabt zu haben. Wenn jedoch das Braurecht (Biereigenrecht) oder ein spezielles Handelsrecht wie etwa der Waidhandel erworben werden sollte, musste auf dem Rathaus die Gebühr gezahlt und der Antragsteller als Bürger eingetragen werden. Auch wenn ein Akademiker in den Rat der Stadt gewählt wurde, etwa als Vormundschaftsbeamter, so waren der Eintrag und die Zahlung nachzuholen. Das Bürgerbuch zeigt die Wege, wo und wie nach den gesuchten Personen weiter geforscht werden kann. Bei den Zugezogenen ist der Heimatort angegeben, und wo kein Herkunftsvermerk steht, darf man meistens annehmen, dass es sich um einen Erfurter handelt. Etwas schwieriger wird es, wenn der Neubürger ein ehemaliger Soldat war, und zwar in Erfurt, denn dann wurde er als Erfurter eingetragen. Die Wohnungsangabe, meist ist es der Pfarrbezirk, oft auch die Straße oder Gasse, führt mit Sicherheit weiter, nämlich zu Otto Rollerts Häuserchronik, einem zwölfbändigen Manuskript, nach Straßen und Gassen geordnet und mit oftmals ausführlichen Angaben über die Hausbesitzer. Rollert konnte seine Häuserchronik 1959 vollenden, und heute besitzt das Stadtarchiv dazu ein elektronisches Register der Personennamen, das das Suchen sehr erleichtert.

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